Beratung
Viele Lebens- und Arbeitsverhältnisse sind heute von der
Schwelle betroffen. Das zeigt sich in dem Gefühl, dass die bisherige
Verbindung von Geist und äußerer Tätigkeit nicht mehr tragfähig ist, dass
es „so nicht weiter gehen kann“. Die Erfahrung der eigenen Ohnmacht ist
dann die wichtigste Voraussetzung dafür, dass Raum für eine neue
Geistberührung entsteht. In dem Gefühl des nicht mehr Weiterkönnens liegt
der Keim für eine neue gedanklich-imaginative Beziehung zur geistigen
Welt. In diesem Sinne versuchen wir durch Seminare und beratende Gespräche
ein Bewusstsein für den Schwellencharakter von Problemen zu wecken. So
kann auch eine neue Sensibilität in Bezug auf die kollegiale
Zusammenarbeit zu wachsen beginnen. Durch Übungen zu einem meditativen
Denken und Wahrnehmen sowie durch künstlerisches Gestalten versuchen wir
soziale Kräfte zu veranlagen, die bisher nicht zur Verfügung standen.
Wir haben immer wieder die Erfahrung gemacht, dass gerade
eine solche Stärkung der spirituellen Kultur unter zusammenarbeitenden
Menschen dasjenige ist, wodurch sonst endlose Diskussionen und
Entscheidungsprobleme gemeistert werden können. Die Beteiligten bringen
Ansätze einer neuen Ebene der Begegnung hervor, die gleichsam oberhalb des
Alltagsbewusstseins liegt, dieses aber beleuchten und sinnvoll
akzentuieren kann. Aus geistig konkreter Begegnung entstehen größere
Perspektiven. Entscheidungsprozesse erhalten dadurch eine stabilere
Grundlage.
Neben beratenden Gesprächen können 1- 2 tägige Seminare vor
Ort veranstaltet werden.
Seminare:
Die zwölf Weltanschauungen und ihre Bedeutung für die
Zusammenarbeit
Durch ein Verständnis für die zwölf Weltanschauungen kann
in einer Gruppe zusammen-arbeitender Menschen eine Verständigungsbasis
entstehen, weil das Berechtigte jeder Weltanschauung und damit jedes
menschlichen Standpunktes in den Blick kommt. Wer kennt nicht das
Phänomen, dass einem bestimmte Erkenntnisse und Meinungsäußerungen
sympathisch, andere hingegen unsympathisch sind? Die Schulung anhand der
zwölf Weltanschauungen führt auf eine neue Ebene der Verarbeitung und
Anerkennung von Verschiedenheit. Dies wird im Seminar geübt und erprobt.
So entsteht ein „atmendes Gespräch“ als Grundlage für die gemeinsame
Urteilsbildung und Entscheidungsfindung in Gremien und Gruppen.
Die Schwelle im sozialen Leben
Was ist die Schwelle zur geistigen Welt und welche
Bedeutung hat sie für das tägliche Leben? Gerade in der menschlichen
Begegnung und Zusammenarbeit spielt die Schwelle eine außerordentlich
wichtige Rolle, weil eine Person nur dann einer anderen Person wirklich
begegnen und sie verstehen kann, wenn sie kurzzeitig über die Schwelle
geht. Was ist dieses Erwachen am Seelisch- Geistigen des anderen Menschen
für ein Prozess? Wie kann er kultiviert werden? Authentische Ich-
Begegnung kann in der Zusammenarbeit die aufbauenden und ernährenden
Kräfte bringen, die Strukturdebatten und endlose Sitzungen in ihrem
ermüdenden Charakter oft vermissen lassen; Sitzungen und
Entscheidungsprozesse könnten wesentlich effektiver werden, wenn sie durch
Ich- Begegnung getragen werden.
Die moralische Phantasie als Quell des Schöpferischen
Viele Lebens- und Berufssituationen rufen zur Bildung neuer
schöpferischer Kräfte auf, manchmal sogar zu Schöpfungen aus dem Nichts.
Gerade die scheinbar ausweglosen und mit Widersprüchen und Gegensätzen
behafteten Situationen fordern von uns einen neuen Griff, durch den über
bestehende Gewohnheiten und Routinen hinaus gegangen werden kann. Vor
diesem Hintergrund widmet sich das Seminar dem Verstehen und Erüben
dessen, was Rudolf Steiner in seiner „Philosophie der Freiheit“
„moralische Phantasie“, „moralische Intuition“ und „moralische Technik“
nannte und was dort als Wegmarken für die Ausbildung eines freien,
schöpferischen Handelns geschildert wird.